Schreibwerkstatt Holderhof

Willkommen in der Schreibwerkstatt!

Hier könnt Ihr Eure WortWunder veröffentlichen...kleine Geschichten, Poesie, alles, was Ihr in Wortform gerne mit anderen teilen möchtet...



(Insgesamt 5 Einträge)
von Roland aus Gera am 15.08.2013 18:45
Hab jetzt ein Gedicht von mir wieder in die Hand bekommen und merke, dass es im Moment wieder einmal passt zu meinem jetzigen Leben. Es entstand vor drei Jahren nach einer Woche Klosterurlaub mit ersten Kontakten zu einer Welt außerhalb meines Verstandes:




Gefühle im Licht



Tief in uns drinnen
im dicksten Gewühl
da ist eine Tür
darauf steht Gefühl


Sie zu finden
ist schwierig, teils kompliziert-nicht immer leicht
so mancher Mensch
hat sie noch nie erreicht


Hinter der Tür ist Liebe, Warmherzigkeit
und ganz viel Licht,
aber auch Angst
an der nicht selten einer zerbricht


Hab`ich bisher ein Gefühl verspürt,
haben meine Gedanken mich stets verführt



Sie rasten ganz schnell
vom Kopf bis zur Tür oder kurz davor
und wehe das Gefühl
lugte nur kurz hervor


Sie stürzten sich auf es, traten es
schubsten es hin und her
das Gefühl versuchte stark zu sein
doch es hatte es schwer.


Es bekam zu hören
du darfst nicht, das geht nicht, das ist nicht normal
es war grausam
für das Gefühl war es eine Qual


Solange prasselten die Gedanken
auf das schwächelnde Gefühl herein
bis es am Ende war
winzig und klein


Es zog sich zurück
hinter die schützende Tür
die anderen Gefühle versorgten es
mit viel Wärme und Licht dafür


So lebten sie gefangen
jahraus-jahrein
immer wieder solche Attacken
und der Vorrat an Licht wurde ganz klein


Vom Schöpfer habe ich einst
alles fürs Leben bekommen
doch so viel Licht
ist bei mir sinnlos verronnen



Nun habe ich mich auf den Weg gemacht
gelenkt von einer unsichtbaren Macht
Ich traf Menschen die mich berührten
zuerst ganz leise
mit ihrer Hilfe
ging ich auf eine wunderbare Reise


Sie öffneten mir ihre Herzen
schenkten mir Vertrauen
und es gelang mir
zu ihnen Brücken zu bauen


Dieser neue geschenkte Lebensmut
tat meinen Gefühlen besonders gut



Die Gefühle stießen ihre Tür
ganz weit auf
und strömten in vollem Licht
bis zu den Gedanken hinauf



Mit ihrer ganzen Liebe
wandeln sie nun trübe Gedanken in samt weiches Licht
und ich hoffe sehr
dass nie wieder eins meiner Gefühle an trüben Gedanken zerbricht




Ich wünsche mir und Euch, dass nie das Licht erlischt und die Tür immer einen Spalt offen ist.
von Roland aus Gera am 17.04.2013 20:54
Die Idee mit der Schreibwerkstatt gefällt mir sehr und ich möchte Euch ein Gedicht von mir vorstellen, welches meine Eindrücke während dem Bau meiner ersten Rahmentrommel widerspiegelt:

Meine Trommel-Bau Gefühle

Nur eine Trommel wollte ich bauen
gemütlich, still und leise
doch wurde es eine psychisch und physisch
sehr anstrengende Reise

Dieses Fell? Jener Rahmen?
Ja! oder doch vielleicht Nein? -
nur eines wußte ich genau
viel meiner Liebe sollte mit hinein

Feilen, Raspeln und schon am Rahmen
spürte ich die Zweifel die da kamen
Wie im Leben gab es Probleme - wie soll das geh`n?
Die Anderen machten Mut: "Es geht, Probier es! Du wirst schon seh`n"

Der Tag verging
die Sonne nahm ihren Lauf
meine Ungeduld wuchs ständig
doch noch gab ich nicht auf

Rücken und Knie schmerzten
Verspannungen bis ins letzte Haar
und meine große Dosis an Liebe
die nahm ich längst schon nicht mehr war

Die Trommelschnur erschien unendlich lang
dauernd Knoten
oft stand ich drauf
ich habe mich überschätzt - ich gebe auf!

Enttäuscht, verzweifelt
Gefühle und Gedanken außer Rand und Band
doch plötzlich spürte ich sie neben mir
meine Liebe und die zusätzliche, helfende Hand

Mit Beharrlichkeit und Ruhe führte sie mich und meine Trommel
hinaus ins Licht
das sind Momente
die man nie vergisst

Wie ich ist meine Trommel im Aussehen besonders
und auch sie hat einen warmen Kern
noch gewöhnen wir uns aneinander
doch hab ich sie jetzt schon schrecklich gern

Während der Arbeit war es
als würde ich in einen Spiegel schauen
Ich erkannte meine Stärken und Schwächen -
alles in Allem war es mehr als nur ein "Bauen".


Liebe grüße

Roland
Kommentar:
Lieber Roland, schön, dass Du hier bist! Und ich kann Dein Gedicht so gut nachvollziehen....erinnere mich.
von Marlies am 14.04.2013 00:11
2ter Versuch, jetzt ohne Füllwörter


Mosel
Armut
Reichtum
Leben
Insel
Esel
Seele

G...
Ei
Rose
Hose
Ast
Reim
Demut

Die Mosel fließt dahin, Armut und Reichtum interessiert sie nicht, ihr Leben ist eine Insel, links und rechts von ihr kämpfen Esel um das, was sie nicht interessiert und vergessen dabei ihre Seele.

Das Gelbe vom Ei ist die Rose in der Hose, hängend am Ast, der Reim ist gefasst und neigt sich in Demut.
Kommentar:
....der Reim ist gefasst und neigt sich in Demut...wow. Das gefällt mir. Schön, dass dich hier endlich jemand traut...
von Marlies aus Maring am 13.04.2013 13:03
Mosel


Armut


Reichtum
Leben
Insel
Esel
Seele

G...
Ei
Rose
Hose
Ast
Reim
Demut

Die Mosel, der Fluss in den die Lieser fließt, der kleine Bach in dem wir als Kinder spielten. Armut hat damals sicher eine große Rolle für meine Eltern gespielt, für uns Kinder eher weniger. Den Reichtum der Anderen bekamen wir nur mit, wenn ein Kind einmal etwas ganz Besonderes hatten. Wenn ich aber heute darüber nachdenke, haben wir das damals gar nicht mit Geld in Verbindung gebracht. Und wenn ich nun darüber nachdenke, ist es ja auch so, dass Reichtum nicht wirklich viel mit Geld in Beziehung steht. Trotzdem kommt mir heute als Erwachsene zuerst die Verbindung Reichtum - Geld in den Kopf, seltsam? Das Leben wird es mich so gelehrt haben und da ich nicht auf einer Insel lebe, lerne ich aus meiner Umgebung. Als nächstes Wort sollte ich das Wort Esel benutzen, wobei mir dabei sofort "dumm" einfällt und meine Seele wehrt sich dagegen, den Esel als dumm zu bezeichnen ;-)

G... da ist mir beim Buchstabieren meines Nachnamens nicht sofort etwas eingefallen und schummeln wollte ich nicht. Hm... das G.., ein Garten vielleicht? Ein Garten, in dem die Kinder nach Ostereiern suchen können, eine Rose meine Hose zerreißt, oder ein herab gefallener Ast mich über die Wiese stolpern lässt und mir dabei alle Gedanken an einen Reim abhanden kommen und ich in Demut die Sonne über mir betrachte, die mich auszulachen scheint, denn ein "S" gibts in meinem Nachnamen gar nicht!

Hallo Judith,

deine Idee fand ich schön und lustig, so dass ich es gleich mit meinem Namen auch mal ausprobiert habe. Dabei habe ich losgelegt, ohne Überlegen geschrieben, grad was mir so eingefallen ist. Ganz sicher käme in einer anderen Stimmung ein ganz anderer Text dabei heraus :-)

Viele Grüße aus dem Liesertal
Marlies

PS. Leider zeigt sich bei der Vorschau, dass das Gästebuch keine Absätze macht, vielleicht wird das im Original ja korrekt angezeigt?
Na ja, was solls, weg damit....
von Judith am 10.05.2012 10:08
Ihr Lieben,
hier mal eine kleine Spielerei, die mir viel Spaß gemacht hat (stammt aus dem Buch "kreatives und therapeutisches Schreiben" von Silke Heimes).
Schreibe Deinen Vor und Nachnamen untereinander auf ein Blatt Papier. Dann schreibst Du hinter jeden Buchstaben ein Wort, das Dir spontan einfällt.Und dann kannst Du in dieser Reihenfolge Sätze basteln aus den Wörtern...herrlicher Schwachsinn !
So sah das bei mir aus:

J Jahrestag
U Urlaub
D Dusche
I immer
T Tagetes
H Hai

S Sommertag
T Ton
R rauh
O Ofenkartoffel
M mild
E Edelmut
Y Y
E Erde
R Rest

Na ja, und ohne nachzudenken kam das dabei heraus:

Ein Jahrestag im Urlaub, unter der Dusche, wo immer die Tagetes blühen...
Ein Hai schwimmt durch den Sommertag und trifft den falschen Ton. Rauh schmeckt die Ofenkartoffel, während der Edelmut des großen Y der Erde den Rest gibt...

Bitte nicht ernst nehmen, ist einfach Spaß am Spielen...
Editiert am: 11.05.2012 08:04 von Administrator
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