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(Insgesamt 5 Einträge)

von Reinhard Bangert am 11.08.2014 13:08
Zuerst möchte ich Herrn Prof. Dr. Liedtke (= meinem Onkel ) aufrichtige und ehrliche Anerkennung zollen, für das, was er bereits seit Jahren im Umgang mit Demenzkranken - ausgelöst durch das Schicksal seiner davon betroffenen Frau - leistet.

Diese Initiative ist ein bewundernswertes Beispiel dafür, was Menschen anderen Gutes tun können.
Es sollte viele Nachahmer geben.

Aus eigener Erfahrung möchte ich folgendes Beispiel berichten:

Seit einiger Zeit befindet sich meine Mutter - sie ist übrigens die Schwester von Frau Liedtke, die gleichfalls in hohem Alter an fortschreitender Demenz erkrankt ist - in einem Pflegeheim. Sie kann zwar noch kommunizieren und einfache Sätze bilden und Sachverhalte wiedergeben, aber oft findet sie nicht die richtigen Begriffe. An einem unserer sonntäglichen Besuche lief im Aufenthaltsraum des Wohnbereichs Musik, und zwar „mitsingfähige“ Titel (z. B. „Horch, was kommt von draußen rein“ und ähnliche Lieder). Es war tatsächlich wie ein „Schalter“. Sofort stimmte meine Mutter mit ein und konnte ja früher immer schon und erfreulicherweise heute immer noch sehr schön singen und kannte auch genauestens noch die Melodien und Texte. Sehr beeindruckend, dass die Musik, die Melodien, aber auch die damit verbundenen Texte offensichtlich einen anderen „Kanal“ öffnen und der Mensch trotz schon erheblicher Defizite in anderen Bereichen, wo ihm oft ein einziger Begriff nicht mehr einfällt oder er einen Gedanken nicht mehr zu Ende bringen kann, so einen komplexen geistigen Vorgang hinbekommt, wie Text, Melodie und die eigene (Gesangs-)Stimme im wahrsten Sinne des Wortes „in Einklang“ zu bringen … Es ist auch phänomenal zu beobachten, wie sich dann oft die Konzentration oder der Gesichtsausdruck verändern, sobald mitgesungen werden kann …

Aus den Schilderungen meines Onkels und aus einigen aus seiner Tätigkeit resultierenden Zeitungsberichten und Publikationen kannte ich natürlich bereits ein wenig die Zusammenhänge zwischen den Themen "Demenz" und "Musik". Aber das einmal aus nächster Nähe selbst zu erleben ist deutlich beeindruckender als nur die Lektüre.

Wer die Gelegenheit hat, mit Betroffenen zum Beispiel zu singen und/oder zu musizieren, dem kann ich nur nahelegen, einen Versuch zu starten. Es lohnt sich bestimmt. Man bekommt ganz viel zurück!

Meinem Onkel wünsche ich noch viele Jahre weiterhin die Kraft, diese Initiative voranzutreiben und auch selbst in dieser Weise tätig zu sein.

von Eberhard Malitius aus Dannenberg am 13.06.2014 00:16
1. Ich finde es großartig, dass diese Internetadresse jetzt existiert.
2. Ich hoffe, dass sie von vielen Interessierten und so oder so Betroffenen aufgesucht wird.
3. Ich wünsche mir, dass daraus ein Kommunikationsnetz wird für alle, die mit Demenzkranken zu tun haben und sich ähnlich engagieren wie Prof. Liedtke.
4. Ich bin überzeugt, dass diese Seite die Lust, sich musikalisch in Altenheimen zu betätigen, fördern wird.

von Petra aus Nürnberg am 03.06.2014 21:03
Eine sehr ausführliche und interessante Seite sowohl für die Angehörigen von Demenzkranken als auch für Nichtbetroffene.
Ich bin mir sicher, dass gemeinsames Singen und Musizieren das Wohlbefinden fördert.
Ich habe selbst erleben dürfen, wie sehr sich die Heimbewohner freuen und wie begeistert sie mitmachen und sich beteiligen - je nach den vorhandenen Fähigkeiten und dem jeweiligen Gesundheitszustand.
Einige singen und kennen sogar die Texte oder zumindest Teile davon, andere summen und manch einer wippt nur ganz leicht mit dem Fuß.

Ich bewundere jeden, der sich ehrenamtlich mit so viel Engagement einbringt und sich in der Freizeit für hilfsbedürftige Mitmenschen einsetzt.
Die Arbeit mit schwer demenzkranken Menschen ist bestimmt nicht leicht und Pflegekräfte sowie ehrenamtliche Helfer werden mit vielen traurigen Situationen und Schicksalen konfrontiert.
Aber es gibt auch viele schöne Momente und jedes Lächeln eines Demenzkranken ist so wundervoll, dass man den Augenblick am liebsten für immer festhalten würde.
Ich bin mir sicher, dass Sie durch Ihre Musik einen Zugang in die Gedankenwelt Demenzkranker bekommen, eine Erinnerung bei den Menschen wecken oder ihnen einfach nur ein beruhigendes Gefühl der Sicherheit und Vertrautheit vermitteln. Vielen Dank für Ihr Engagement!

von Elke Urban aus Leipzig am 23.05.2014 11:06
Selbst zu singen ist ein Grundbedürfnis und gerät in der heutigen medienbeherschten Zeit akustischer Umweltverschmutzung zunehmend an den Rand der Aufmerksamkeit. Eltern singen kaum noch mit ihren Kindern, Kirchen als Orte des regelmäßigen Singens spielen für immer weniger Menschen eine Rolle, Lehrer müssen nicht (mehr)musikalisch sein, um ihren Beurf auszuüben. Das sind drei Faktoren, die uns beunruhigen sollten, wenn wir an die Pflege unserer Kultur denken und wenn wir die zunehmende Zahl demenzkranker Menschen im Blick haben. Werden die wenigen Rufer in der Wüste überhaupt gehört? Das ehrenamtliche Engagement von Prof. Dr. Max Liedtke kann in seiner Bedeutung gar nicht hoch genug gewürdigt werden. Die Idee gehört verbreitet und Ausbildungseinrichtungen aller Sozial- und Pflegeberufe ebenso wie alle Lehramtsstudiengänge müssen sich fragen lassen, ob sie genug dafür tun, dass häufiges Singen weiterhin zum Aufwachsen von jungen Menschen gehört ebenso wie alten, demenzkranken Menschen wenigstens diese Glücksmomente bereitet werden.
Elke Urban
Schulmuseum Leipzig

von Rudolf Reibenwein aus Nürnberg am 12.05.2014 18:07
Ich wünsche dieser Website viele Besucher und dem Gästebuch interessante Beiträge.
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